Kaum eine Versicherung wird mehr unterschätzt als die Berufsunfähigkeitsversicherung. Worauf es ankommt, was wichtig ist und warum fast jeder diesen Schutz braucht, darum geht es in diesem Blog-Beitrag.

Viel Spaß

 

Bevor ich näheres zur Berufsunfähigkeitsversicherung schreibe, schauen wir uns erst einmal an was der Staat für uns tut.

Für alle Arbeitnehmer gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EMR).

Diese wird unterteilt in die volle und halbe Erwerbsminderungrente. Jede der beiden hat natürlich eigene Voraussetzungen die du „erfüllen“ musst um Geld zu bekommen.

Für die halbe Erwerbsminderungsrente musst du nur noch 3-6 Stunden und für die volle Rente musst du weniger als drei Stunden arbeiten können bzw. arbeitsfähig sein.

Wichtig: hier nicht der Beruf zählt den du gerade ausübst sondert, es grundsätzlich darum geht ob du noch arbeiten kannst.

Egal in welchem Beruf!

Ein Beispiel:

Wenn du noch länger als 6 Stunden im Kino die Eintrittskarten zerreisen/kontrollieren kannst bist du,

aus Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung nicht Erwerbsgemindert.


 

Wie viel Geld bezahlt wird wenn man die Erwerbsminderungsrente erhält?!

Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer mit 3.000 € Brutto, (Quelle)

erhält bei voller Erwerbsminderung ca.  32 % vom letzten Brutto was 960 € entspricht und bei halber Erwerbsminderung sind es nur 17 % also 510 €.

Ich denke spätestens jetzt solle klar sein, dass die gesetzliche Versorgung lediglich eine Grundversorgung darstellt!


 

INSIDER-TIPP Berufseinsteiger und Studenten:

Die Voraussetzungen (§43 SGB VI) für diese Erwerbsminderungsrente sind, dass du in den letzten 5 Jahren für mind. 3 Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung bezahlt hat.

Das heißt die meisten Berufseinsteiger und Studenten haben meistens erstmal gar keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Also auch hier nochmal besonders aufpassen!


Nun kommen wir zur Berufsunfähigkeitsversicherung:

Anders als bei den gesetzlichen Systemen bei denen ja die meisten wie gesagt pflichtversichert sind, können wir bei der privaten Berufsunfähigkeitsvorsorge die Spielregeln

(also die Bedingungen und so weiter) selbst wählen. Genau darum solltest du unbedingt darauf achten, dass du einen Vertrag hast der zu dir passt.

Denn statistisch gesehen wird jeder 4. Arbeitnehmer Berufsunfähig und ist auf diesen Schutz angewiesen.

Das heißt zu sagen, naja mich wird es nicht treffen ist natürlich wünschenswert jedoch kann es sich keiner von uns vorher aussuchen ob wir betroffene werden oder nicht.

Gerade Zivilisationskrankheiten wie Krebs und Co. spielen bei diesen Statistiken eine große Rolle aber auch die psychischen Erkrankungen sind leider auf dem Vormarsch.

Wann giltst du als Berufsunfähig?!

Du bist Berufsunfähig, wenn du ärztlich nachweisbar, voraussichtlich länger als 6 Monate und zu mehr als 50 % deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. 

Das sind die gängigen Voraussetzungen bei den meisten Gesellschaften.

Wichtig: Hier zählt deine letzte Tätigkeit und nicht ob du noch irgendeinen anderen Beruf ausüben kannst! Sowie es bei der gesetzlichen Versorgung der Fall war.

Wie hoch kann mein Schutz genau sein?

Grundsätzlich:  bis zu 80 % deines Nettoeinkommens können abgesichert werden.

Beispiel:

Bei 1900 € netto (3000 € Brutto) kannst du also 1520 € Rente absichern.

Du solltest unbedingt regelmäßig prüfen ob die Rente noch zu deinem Einkommen passt, nicht das hier wegen Gehaltserhöhung Lücken entstehen.

Was beeinflusst die höhe des Beitrages den ich zahlen muss?

Neben der Rentenhöhe und deinem Beruf/Tätigkeit bestimmt auch die Dauer dieser Absicherung den Beitrag.

Auch dein Gesundheitszustand wird hier möglicherweise eine Rolle spielen.


 

Hier auch ein wichtiger Tipp für alle Schüler und Studenten.

Schaut dass Ihr jetzt schon eine Berufsunfähigkeitsabsicherung macht, denn oft sind Schüler und Studenten günstiger in den Beruf Einstufungen als euer späterer Beruf. Bei den guten Tarifen ist es nämlich so, dass deine Berufseinstufung erhalten bleibt auch wenn deine spätere Tätigkeit einmal in eine risikoreichere also teurere Berufsgruppe fällt.


Das war’s jetzt mal im Allgemeinen zum Thema Berufsunfähigkeit.

Über das Thema kann man ganze Bücher schreiben aber du bekommst jetzt noch 3 Eckpunkte mit auf den Weg die du bei der Suche nach dem,

für dich passenden Schutz beachten solltest.

  1. Klausel altersbedingter Kräfteverfall

    Wenn du beispielsweise als Junger Mensch deinen Schutz abschließt und dann im alter um Beispiel wegen einem Rückenleiden Berufsunfähig wirst gibt es hier unterschiede wie die Versicherer mit diesem Thema umgehen. Die einen verzichten generell auf den sogenannten altersbedingten Kräfteverfall (anderer Begriff für „Verschleiß am Körper“), manche formulieren es in den Bedingungen nicht klar. Daher achte hier das dein Vertrag hier eine saubere Lösung bietet, somit kann später nicht argumentiert werden, das deine Beschwerden altersbedingt sind und du daher keine Rente (Leistung) erhälst.
  2. Innovationsklausel – Die Updatefunktion für deine BerufsunfähigkeitsversicherungZukünftige Bedingungs- und Leistungsverbesserungen gelten auch für Altverträge, wenn diese Klausel in deinem Vertag ist kannst du dir sicher sein das du immer aktuellen Schutz hast und nicht benachteiligt bist weil Neuerungen nicht für deinen Vertrag gelten. (gleiches Recht für alle)
  3. garantierte Rentensteigerung

    Du hast Beispielsweise 1.000 € monatliche Rente versichert, die du auch in Anspruch nimmst.
    Nach 10 Jahren bekommst du zwar immer noch 1.000 € monatliche Rente, diese ist jedoch auf Grund der Inflation nur noch ca. 820 € Wert (Kaufkraft).
    Damit du also deinen Lebensstandard auf diese Zeit halten kannst solltest du unbedingt eine garantierte Rentensteigerung von 1 – 2 % vereinbaren.

 

Hast du noch weitere Fragen oder benötigst Hilfe bei der Suche nach dem für dich passenden Schutz?! Ich helfe dir gerne unverbindlich weiter.

Schreib mir eine E-Mail an: info@sepphoelzel.de

oder Ruf mich jetzt direkt an: 09522/2809363